Mittwoch, 7. März 2012

Bilderbuchvorstellung: Die Pigeon-Serie von Mo Willems


The Pigeon finds a Hot Dog wurde von Mo Willems illustriert und geschrieben. Er ist in den USA relativ berühmt, da er fast zehn Jahre (1993-2002) für Sesame Street gearbeitet hat und in dieser Zeit sechs Emmy Awards gewann. Seit 2002 arbeitet er als Autor und Illustrator für Kinderbücher, unter anderem veröffentlichte er die sogenannte Pigeon-Serie, in welcher bereits sechs Bilderbücher erschienen sind. Exemplarisch möchte ich nun The Pigeon finds a Hot Dog vorstellen:



In diesem Bilderbuch findet eine Taube einen leckeren Hot Dog und kann es kaum erwarten, diesen zu verspeisen, doch auch ein kleines Küken zeigt Interesse an dem typisch amerikanischen Gericht und somit fangen die Beiden an, sich zu streiten, bis sie am Ende den Hot Dog teilen. Das Bilderbuch ist wie ein Comic aufgebaut und prinzipiell ist die Handlung sehr banal und einfach, genauso wie die comicartigen Zeichnungen. Trotzdem hat dieses Bilderbuch einiges zu bieten. Im Vergleich zu vielen anderen hier vorgestellten Büchern hat diese Geschichte kein gleichbleibendes voraussehbares Muster. Doch durch seine zeichnerischen Fähigkeiten gelingt es Mo Willems, der Taube und dem Küken ausdrucksstarke Mimik und Gestik zu geben, die den Inhalt der Geschichte unverkennbar unterstützen. Dieses Bilderbuch ist ein gutes Beispiel dafür, wie Text und Bild nicht für sich alleine stehen können, sondern gemeinsam den Inhalt tragen. Idealerweise liest man das Buch zu Zweit vor, doch es besteht auch die Möglichkeit während des Storytellings, dass die Lehrperson für die Taube und das Küken verschiedene Tonlagen wählt, um den Dialog der beiden Protagonisten für die Zuhörer abzugrenzen. Später können auch einzelne Kinder einen Part übernehmen. Des Weiteren bietet es sich an, die Geschichte als Theaterstück oder Rollenspiel aufzuführen. Hier können die Kinder die verschiedenen Betonungen ausprobieren und sich im ausdrucksstarken Theaterspiel üben. Die Unterhaltung zwischen der Taube und dem Küken ist sehr authentisch und die Sprechweise exemplarisch für Muttersprachler. Meiner Meinung nach verführt die Geschichte einen regelrecht dazu, in die Rolle der Taube oder des Küken schlüpfen zu wollen. Dadurch bietet sich den Kindern nicht nur die Möglichkeit, das Hörverstehen zu schulen, sondern sie werden auch dazu angeregt selbst zu sprechen.

Zusätzlich gibt es bereits fünf weitere Bücher über die Taube, sodass verschiedene Gruppen an den verschiedenen Titeln arbeiten können und beispielsweise Hörspiele, Stabpuppentheater, Videos oder kurze Animationen produzieren, die ggf. auf einem Klassenblog veröffentlicht werden können. Da die Taube während der Geschichten die unterschiedlichsten Gefühle durchlebt, von entzückt über genervt bis hin zum totalen Nervenzusammenbruch, bietet es sich an, das Thema feelings zu thematisieren und mit Hilfe der Taube Flashcards anzufertigen. Zur Veranschaulichung habe ich sechs solcher Flashcards als Beispiel angefertigt. Im Sachunterricht besteht die Möglichkeit, das Thema Essen aufzugreifen und beispielsweise Hot Dogs und Hamburger zu thematisieren und kritisch zu betrachten. Beide Speisen stammen ursprünglich aus Deutschland und sind nun weltweit bekannt und typisch für die USA.


Abschließend noch eine kurzer Film, in dem das Buch vorgelesen wird:

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Dieser Eintag ist, in etwas abgewandelter Form, meiner Masterarbeit entnommen:
Mediengestützter Fremdsprachenunterricht in der Grundschule